Wochenbericht 26.1.bis 30.1.26
& Kleewoche
Heute beim Yoga. Es war eine richtig schöne Stimmung in einer entspannten Runde, die wir alle sehr genossen haben. Wir haben unter anderem Brücke und Spagat geübt.
Am Kreativtisch im Hafen lagen diese Woche Origami Papiere und Anleitungen aus. Das schöne Papier in Kraniche, Tauben oder Becher zu verwandeln, hat viele Kinder begeistert. Levi: „Ich weiß, dass man die Knicke ganz genau machen muss, sonst wird das nichts.“ Mit Unterstützung von Marie hat Levi es geschafft. Marie hat einigen Kindern im Hafen Kraniche falten beigebracht. Dabei hat sie die einzelnen Schritte geduldig und klar wiederholt und auf Nachfrage auch gezeigt, wie man falten muss, bis ihre Schüler es selber umsetzen konnten.
Wir haben uns die neuen Fischertechnik-Baukästen angeschaut! Bei diesen ersten Kästen liegt der Schwerpunkt auf Mechanik – es gibt Zahnräder, Motoren und statische Elemente. Wir wollten erst einmal mit den Vorschlägen aus den Anleitungen anfangen, in dem Fall ein Getriebe mit verschiedenen Schaltungen, aber dann wurde uns klar, dass nicht genug Teile für dieses Projekt da waren. Also haben wir diesmal “frei nach Schnauze” gebaut und es kamen verschiedenste Dinge heraus: Otto z.B. hatte ein Fachwerkhaus mit Zahnrädern und Carl eine Pistole gebaut. Wir wollen das Ganze die nächsten Male weiter fortführen und Modelle mit pneumatischen Hebeln bauen.
Auch in einer Gruppenzeit werden Teile des Elektro-Baukastens erforscht: Voltmeter, Propeller, Minuspol, Alarm-IC… Ganz schön viele Fachbegriffe und damit eine Herausforderung fürs Lesen.
Bewegung ist den meisten Kindern sehr wichtig und wir bieten täglich verschiedene Angebote an. Hier sehr ihr Freude im selbstgebauten Labyrinth.
Wenn Anna sich in die Vulkan Ecke begibt,
kommen viele Interessenten und möchten gern etwas dazu wissen oder mitteilen. Manchmal lesen sie spannende Geschichten zu dem Thema und sehen sich die spektakulären Fotos eines Vulkan-Fotografen an. Die Kinder verschiedenen Alters waren fasziniert von der zugleich verheerenden und lebensspendenden Kraft der Vulkane. Wir haben unser Wissen zusammengetragen und erweitert: Was ist der Unterschied zwischen Schild- und Schichtvulkanen? Welche Inseln sind vulkanischen Ursprungs? Warum leben Menschen freiwillig in der Nähe von Vulkanen?
So haben einige Kinder unter anderem zusammen ein Vulkan-Modell gebaut. Die wichtigste Frage ist: Wann bricht er endlich aus? Und wie überhaupt soll das gehen? Wird die Lava wirklich heiß sein? Einige Kinder haben schon Ideen, wie die Eruption simuliert werden könnte. Dabei fallen Begriffe wie Teufelszahnpasta, Essig, Natron, rote Farbe, Mentos-Bonbons, Strom (damit es auch wirklich gefährlich ist!). Es scheint ein paar Vorab-Experimente zu benötigen, um einen guten Ausbruch unseres Modell-Vulkans hinzubekommen bei dem die Kinder und das Tigernest heile bleiben.
Hier hat ein Kind sehr ausdauernd und zielstrebig mit dem vorbereiteten Vulkane-Material gearbeitet. Immer drei Karten gehören zusammen (Infotext, Bild und Ort des Vulkans). Dazu haben wir kleine Filzvulkane gebastelt, die an den richtigen Orten auf der Karte platziert wurden.
Um diesen „Unglaublichsten Atlas der Welt“ versammeln sich immer wieder gern Kinder, um über die Besonderheiten und Extreme unserer Erde zu staunen.
Bewegtes Vokabeltraining in der Gruppenzeit:
Die Vorbereitungsgruppe trainiert die Vokabeln, die in dieser Woche in Texten über sportliche Übungen (z.B. pike) und einem Video über London aufgetaucht sind. Zuerst müssen die richtigen deutschen Wörter den englischen zugeordnet werden- dabei üben wir die Aussprache. Dann testen sich alle selbst, wie gut sie sich die Wörter und deren Schreibung schon gemerkt haben. Dabei waren alle super konzentriert und haben sich gefreut, wieviel sie sich in dieser Woche gemerkt haben.
Außerdem kennen wir jetzt einige Sehenswürdigkeiten, falls es mal nach London geht.
Die Jungs gestalten und arbeiten an einem neuen „Spielbrett“
Hier entsteht mal wieder ein neues, selbst entwickeltes Spiel. Dabei wird genau abgemessen und gezeichnet. Es mussten auch Aufgabenkarten geschrieben werden.
Weitere Einblicke in unseren Weltraum
In der Themenecke Würfelgebäude können, wie der Name es schon sagt 😉 Würfelgebäude gebaut werden, entweder frei, nach Bildern oder nach Bauplänen. In einer Kartei gibt es ganz viele Aufgaben dazu, z.B. muss man ausrechnen, wie viele kleine Würfel denn fehlen, um aus einem vorgegebenem Würfelgebäude einen großen Quader oder Würfel zu erstellen. Dann gibt es noch ein paar andere Kleinigkeiten, wie Dominos oder Arbeitsblätter.
Hier wird ein Sachkundebuch gelesen. Gemeinsam tauschen sie sich über die Infos zu den Ozeanen aus.
Heute wurden geheime Codes geknackt. Manche waren super einfach. Andere umso schwerer. Es wurden auch eigene geheime Nachrichten geschrieben, mit ganz eigenen Verschlüsselungen.
Rechnen im Weltraum: gemeinsam überlegen wir, wie man große 1×1 Aufgaben clever rechnen kann.
Bushcraft
Klettern und Sichern in der Aula (letzte Woche) – Käthe stellt den Rekord mit 13 Kisten auf.
Diese Woche haben unsere KLEE Gespräche (Kind-Lernbegleiter-Eltern) stattgefunden.
Vorher haben die Lernbegleiter sich in den Teamsitzungen noch mal über alle Kinder ausgetauscht, wichtige Beobachtungen und Fragen zusammen getragen und unsere neue Dokumentationssoftware, die Manuel für uns programmiert hat, ausgelesen. Es ist immer schön, die Kinder so genau zu betrachten und zu sehen, wie sie sich entwickelt haben. Von allen Seiten zu hören, was das Kind Neues gelernt- oder geschaffen hat, dass bestimmte Schwierigkeiten deutlich leichter sind oder eine Herausforderung geschafft wurde. Oder dass ehemals große”Probleme” schlichtweg keine Rolle mehr spielen und auch zu erspüren, wo grade jetzt der nächste Entwicklungsschritt ansteht damit wir wissen, wobei wir das Kind unterstützen können.
Bei den Kleegesprächen ist es immer wieder schön, so nah mit allen im Austausch zu sein und gemeinsam auf die Entwicklung des Kindes zu schaun und zu staunen.
Eindrücke von unserer Notbetreuung:
In vielen Gesprächen erscheint das, was auch schon Thema im SGK war: “Ich wünsche mir mehr Gruppenzeit” bzw “Ich wünsch mir Angebote, bei denen ich gemeinsam mit meinen Freunden etwas tue/erforsche/baue. Alleine komme ich da nicht hin – wenn einer von meinen Freunden nicht mitkommt, geht keiner hin.”
Aus der Elternsicht hieß es mehrmals (die Zitate sind beispielhaft für verschiendene Gespräche – hier geht es NICHT um ein “falsches Verhalten” von Kindern, es geht um das Gefühl der Eltern): “Meinem Kind tut die gemeinsame Gruppenzeit so gut. Ich würde mir so sehr wünschen, dass es eure weiteren tollen Tagesangebote mehr nutzt. Ich versteh auch nicht, warum es das nicht macht. Wenn es in einem Angebot war, erzählt es ganz lebendig davon, da entsteht etwas, was wir dann gemeinsam weiter verfolgen können. Diese Gruppendynamik…ein Freund aus der Gruppe meines Kindes geht in kein Angebot, dann bleibt es lieber bei seinem Freund oder bei der gesamten Gruppe, anstatt seinem Interesse zu folgen.” oder: „Mein (junges) Kind guckt sich die „kein Bock Haltung“ einiger älterer Kinder ab und mietet dann auch den ganzen Tag das Paradies, obwohl es eigentlich Freude am Lernen hat und sich für sehr Vieles interessiert. Ich würde mir so wünschen, dass es seine ganzen Interessen auch in der Schule verfolgt, ich stell mir das so schön für mein Kind vor, mit seinen Freunden zusammen etwas Neues zu entdecken.“ Es ist Zeit für uns, zu handeln und den Wunsch der Kinder aus dem SGK “einen Vorschlag auszuarbeiten und dann ca. 3 Wochen auszuprobieren”, umzusetzen.
Auch der Umgang mit- oder der Inhalt von Konflikten wird besprochen. “Es gibt immer wieder Konflikte in der Freundesgruppe meines Kindes, die vergleichsweise viel Raum einnehmen. Ich sehe es so, dass die Kinder sich ja gegenseitig suchen, sie könnten sich ja auch aus dem Weg gehen. Also, sie suchen gezielt den Konflikt und sie suchen ihn auch ohne Hilfe. Das heißt für mich, sie wollen das irgendwie, sie wollen sich daran entwickeln. An den Konflikten wächst mein Kind. Ich weiss, dass es sich Hilfe holt, wenn es die braucht. Die feste Gruppe tut meinem Kind sehr gut. Ein weiterer Rahmen wäre super.” – “Wir schaffen das meistens, unseren Streit in der Gruppe zu klären.” – “Die Friedenskreisgespräche helfen, dass es immer ein bisschen besser wird in unserer Gruppe. Dann streiten wir uns wieder und es gibt wieder ein Kreisgespräch, wir überlegen, was uns gut tun würde, manchmal gehen wir uns auch eine Zeitlang aus dem Weg, danach verstehen wir uns besser als vorher.”
Es ist auch nicht leicht für unsere ganz jungen Kinder, in so einer Gesprächssituation zu sein. Alle geben ihr Bestes und sprechen mit uns Erwachsenen. Zum Glück gibt es hier kein “richtig oder falsch”. Und wir lernen die Kinder (und euch Eltern) auch durch die Gespräche immer besser kennen. In nahezu allen Gesprächen – unabhängig vom Alter der Kinder – fällt der Satz: “Ich komm jeden Tag gern zur Schule.” Manch einer hat eine klare Vorstellung, wie es weiter gehen soll: “Mein Ziel bis zu Sommer: Ich möchte jeden Tag in der Schule Klavier spielen.” – “Ich möchte gern wieder Referate halten.”
Wir (als Schule) haben dabei viel positives Feedback von euch erhalten, wovon wir etwas teilen möchten. Danke, liebe Kinder und liebe Eltern, für eure Offenheit und euer Vertrauen!
“Mein Kind erzählt wenig von der Schule, eigentlich nur wenn etwas blöd war. Es ist total schön, jetzt mal zu hören, was alles gut läuft und dass es so viel Spaß an Englisch hat.”
“Mein Kind wollte auch mir häkeln beibringen. Als ich es echt kompliziert fand und keine Geduld hatte, hat mein Kind mich motiviert und gesagt, dass das ganz normal ist am Anfang, aber dass das schon wird, wenn man weitermacht – weil es nämlich selbst genau das erlebt hatte.“
“Ich finde toll, wie ihr Lernbegleiter euch und die Schule hier weiterentwickelt- ihr seid so lebendig dabei.”
“Ich habe das Gefühl, mein Kind lernt dauernd etwas Neues, kommt mit vielen Themen weiter, es ist so, wie ich mir das gewünscht habe. Mein Kind hat Vertrauen in euch und in den Ort. Ich habe Vertrauen, dass es alles für sich schon “richtig” macht. Alles fließt auf natürliche Weise ineinander über und ist verbunden, die Freundschaften, der Schultag, der Alltag,… wir sind in guter Verbindung und gutem Kontakt mit anderen Eltern und den LB, was mein Kind hier anfängt macht es zu Hause weiter und umgekehrt auch. Hier wird keiner ausgeschlossen. Mein Kind fühlt sich sicher in der Schule und frei. Danke euch für alles!”
“Wir schätzen sehr, wie individuell ihr auf jedes Kind eingeht.”
“Die Schule ist ein Ort wie „zu Hause“, mein Kind fühlt sich sicher bei euch. Es ist ein geschützter Raum. Ihr zeigt und lebt für uns wichtige Werte mit den Kindern, das soziale Miteinander ist schön. Die Kinder sind stark, sie sprechen mich einfach an und zeigen mir etwas, was sie gemacht haben, wenn ich im Flur stehe und auf mein Kind warte. Hier ist Raum, um sich mitzuteilen und von den Lernbegleitern gehört zu werden. Danke euch dafür!”
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Wie schön, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen! – Eure Lernbegleiter



































