Wochenrückblick 07.02. –11.02.22

„Unser Kind ist glücklich an dieser Schule. Es gibt kein Zurück mehr.“ (Elternworte im Rahmen der KLEE-Gespräche).

Wir sind dankbar für alle euch mutigen Eltern, die ihren Kindern und uns so viel Vertrauen schenken, damit eure Kinder sich bei uns wohlfühlen und hier auch gerne lernen: „Schulzeit hier ist richtig cool.“ (Kinderworte im Rahmen der KLEE-Gespräche).

Alle Kinder, Lernbegleiter, Eltern und Erziehungsberechtigte haben während der KLEE-Gespräche ein gutes Bild gewonnen: Was geschieht hier eigentlich? Wer interessiert sich wofür? Welche Interessen wurden geweckt? Wer hat welche Künste und Produkte und Lernerfolge schon stolz präsentiert? Was hat sich alles verändert und wie geht es weiter? Wer hat welche Fragen, Wünsche und welchen Bedarf?

Kurz gesagt, wir alle haben uns besser kennengelernt und einen weiteren wichtigen Schritt gemacht.

Der Schulbetrieb lief selbstverständlich auf vollen Touren weiter. Am Montag wurden die weltbesten Plinsen oder Eierkuchen oder Pfannkuchen (na, was denn nun?) von den Sterneköchen India, Mads, Malin, Elina, Joshua, Sam, Mika und Cévenne sowie lieben Eltern gezaubert.

Dienstag gab es den ersten Zeichenkurs, der von einigen Schülern gewünscht worden war. Einige Kinder trainierten ihre Zeichenkünste mit einer Fotovorlage von einem Pferd und andere Kinder malten mit Kreide wunderschöne Sonnenuntergänge am Meer.

Viele wichtige Schritte führten am Mittwoch in den Wald. Wir sind weit gewandert und haben bei gemütlichen neun Grad an der Farchauer Liegewiese am lodernden Feuer Stockbrote gegrillt. Dabei haben wir einiges über Feuer erfahren und auch, wie man gemeinsam einen vollbepackten, schweren Bollerwagen schiebt. Wir können anhand der Wellen auf dem See erkennen, wie stark der Wind in etwa ist, ob wir in den Wald gehen dürfen oder nicht. Noch etwas haben wir gelernt: wenn man gute Freunde dabei hat, mit denen man sich lustig unterhält, fällt es einem gar nicht schwer – selbst mit schlammnassen Schuhen – eine weite Strecke zu gehen. Im Anschluss gab es von unseren Sterneköchen leckere Karottensuppe und ein Gourmet Dessert mit Crêpes und Schokoladensauce – und alle Lernbegleiter und Kinder konnten mittags aus der Schule rollen. Die Lernbegleiter, die noch am Nachmittag ran mussten, genossen vorher noch einen Wachmacher aus unserer neuen Espressomaschine.

 

Tags darauf durften wir unseren Julius Cäsar willkommen heißen. Staubig und einsam saß er im Keller und hat ganz viele neugierige Kinder angezogen. Jetzt ist er ein weiterer Kollege, der Linn und Doro im Werkraum unterstützen wird. Ein wenig schrauben müssen wir hier und basteln da und bald kann er wieder alleine stehen. Julius Cäsar ist unser (noch) einarmiger Skelettmann. Dass es ein Mann ist, haben die Kinder gemeinsam erarbeitet, indem sie den Körperbau von Ludger und Linn verglichen haben. Seinen Namen verdankt er den Kindern.
Am Donnerstag trafen wir uns zum ersten Mal in unserer von den Kindern gegründeten Englisch Lerngruppe. Was dazu zu sagen ist? „Morgen wollen wir weiter machen, nicht erst nächste Woche!“

Auch am Donnerstag trafen wir uns in einem kleinen Kreis, um einen Vorwurf zu klären, der im Raum stand. Dabei stellten wir fest, dass sich Missverständnisse aneinander gereiht hatten. Die haben wir uns einzeln vorgenommen und sie durchleuchtet bis alles geklärt war. Dabei hat jeder von uns beschrieben, wie er es wahrgenommen hat und was er mit seinem Verhalten erreichen wollte und wie das Verhalten der anderen auf ihn gewirkt hat. Jeder hat von sich gesprochen – und so wurde niemand verletzt. Am Ende haben wir festgestellt, dass im Kreis eine Gruppe von Kindern (und eine Lernbegleiterin) sitzt, die sich alle gerne mögen und denen sehr ähnliche Sachen wichtig sind. Über diese wichtigen Sachen waren sich alle einig. Wir stellten auch fest, dass es – für manche mehr, für andere weniger – Mut und Kraft braucht, sich so einem Gespräch zu stellen. Und den hatten alle Kinder in der Gruppe! Nach dem Klärungsgespräch sind die meisten Kinder in der Runde geblieben und haben sich noch längere Zeit offen darüber ausgetauscht, wie man sich fühlt, wenn man von einer Gruppe ausgeschlossen oder schlecht behandelt wird.

Linn: „Woran erkennt man bei diesem Skelett, dass es ein Mann ist?“

Helena: „Der ist hohl im Gehirn.“