Wochenbericht Projektwoche 2.3. bis 6.3.26

Während unserer Projektwoche gab es dieses Mal diese Projekte: Theater, Präsentieren, Spiele entwickeln und Film. Ziel war es, am Freitag allen etwas zeigen oder vorführen zu können.

Für die meisten war es eine intensive und konzentrierte Zeit, in der sie sich den ganzen Tag ihrem Projekt gewidmet haben. In der gesamten Schule lag diese geschäftige Arbeitsatmosphäre.

Natürlich gab es (vor allem sehr junge) Kinder, die nicht den ganzen Tag an ihrem Projekt gearbeitet haben, weil ihnen weniger Zeit gereicht hat. Sie haben sich dann meist im Hafen getroffen und dort als große Gruppe oder in mehreren kleinen Gruppen gespielt.

Theater

Emma D., Emma B. und Elina haben sich schon in der Woche vor der Projektwoche ein Theaterstück ausgedacht. Doro und Olesja haben sie dabei unterstützt. Anna ist dazugekommen und hat ihre guten Ideen eingebracht und mit daran gearbeitet, dass die Geschichte logisch bleibt. Auch Käthe und Marie haben die Geschichte mit Details angereichert. Die gemeinsame Grundidee für das Stück haben sie Chat GPT zur Bearbeitung gegeben mit dem Auftrag: Erstelle uns zu diesem Theaterstück passende Dialoge. Das Stück, was dann bei Chat GPT herauskam, war noch nicht zufriedenstellend, zunächst kamen sehr lange Monologe heraus, und Chat GPT hatte auch das Thema verfehlt. Unter viel Ausprobieren am Nachmittag hat Elina es dann irgendwann geschafft und die KI hat den Wunsch der Mädchen „schreib uns passende Dialoge“ ausgeführt. Aber Chat GPT hat wirklich viele Fehler gemacht. Die haben Elina, Emma B, Emma D und Anna dann korrigiert, die Satzstellungen verbessert, fehlende Worte eingefügt und die verloren gegangene Logik wieder hergestellt.

Dann hat die Gruppe überlegt, wer welche Rolle spielt. Dazu gab es ein Casting, bei dem jeder zeigen konnte, wie er die Rolle spielen kann. Als die Rollen verteilt waren ging es ans Text lernen. In der Zeit hat Anna sich Gedanken um das Bühnenbild und die Requisiten gemacht.

Dann ging es ans Üben. Schauspielerin Maureen war bei einer Probe dabei und hat den jungen Schauspielern Tips gegeben und Übungen mit ihnen gemacht. Sie hat erklärt, wie wichtig die Stimme und das aussagekräftige Sprechen beim Theaterstück ist und hat allen mit wertschätzenden Worten Mut gemacht.

Beim Üben passiert es, dass man eine Szene nicht so spielt, wie man gern möchte, oder dass es nicht so wirkt, wie man sich das vorstellt. Oder dass man den Text vergisst und einen das kurzfristig durcheinander bringt. Man bekommt Kritik und Ratschläge wie es anders-besser gehen kann. Damit umzugehen ist nicht immer leicht. Vor allem, weil die meisten der jungen Schauspielerinnen so viele Dinge gleichzeitig zu bedenken und umzusetzen hatten. Sie haben sich dieser Herausforderung gestellt und die Kritiken angenommen.

Schwierig konnte es sein, wenn jemand aufgrund von Krankheit viel verpasst hat oder wenn jemand eine große Rolle wollte und aber nicht bereit war, die Basics zu erfüllen (pünktlich am Set sein und dort bleiben, zu hören, sich konzentrieren, mit aufräumen).

 
Kurz vor der Aufführung waren alle sehr aufgeregt, es gab so viel zu organisieren und zu bedenken. Das Licht, Geräusche, die verschiedenen Bühnenbilder, die Requisiten, alles muss greifbar für jede der 13 Einstellungen griffbereit liegen…. die Kostüme, der Text, und natürlich der Wunsch, jetzt das Beste zu geben und alle guten Ratschlage umzusetzen.

„Die Gruppe hat super zusammen gearbeitet, insgesamt sehr konzentriert und motiviert. Neu war, dass sie auch mit Kritik so gut umgehen konnten.“

 

Was soll man sagen? Am Freitag bekamen wir ein 30minütiges Theaterstück zu sehen, das einfallsreich, tiefgründig und spannend war. Die meisten Schauspieler möchten das Stück noch verbessern und bei Gelegenheit den Eltern vorführen.

Präsentieren

An Tag 1 des Projektes „Präsentieren“ ging es darum, Hemmungen abzubauen, ins Sprechen zu kommen und sich der eigenen Interessen bewusst zu werden. Das hieß, dass jeder mindestens 2 einminütige Mini-Präsentationen vor der ganzen Gruppe halten musste. Dabei haben wir zum Beispiel erfahren, wen Batman oder Sponge Bob daten würden, warum Montage abgeschafft werden sollten und dass Socken die Waschmaschine als Portal in andere Dimensionen nutzen.

Außerdem haben sich alle gegenseitig in kurzen Interviews über ihre Interessen, Hobbys und Lieblingsthemen ausgequetscht. Es gab viel zu lachen – und alle haben sich getraut!

Andrea hat den Jugendlichen auch Übungen gezeigt, die ihnen helfen können, vor der Präsentation mit der Aufregung gut klar zu kommen. Es ging unter anderem um Körperhaltung und Körpergefühl. 

An allen weiteren Tagen gab es viele kleine Präsentationsübungen, in denen man Blickkontakt mit dem Publikum hält, während man zum Beispiel ohne Vorbereitung erklärt, warum jeder ein Haustier haben sollte oder dass Einhörner real existieren, warum Social Media Fluch und Segen zugleich ist oder in denen wir üben laut zu sprechen.

Während der Projektwoche konnten die anderen Lernbegleiter Andrea immer wieder strahlend durchs Büro laufen sehen, mit so Worten wie: “Sie machen das so gut! Sie lassen sich echt darauf ein! Auch die, denen es sonst so schwer fällt, vor anderen zu sprechen. Alle machen mit. Ich bin total berührt, wie sie grade über sich hinauswachsen!”

Und dann wurde natürlich ausgiebig zu einem Thema recherchiert, zu dem sich jeder in einem Bio-, Geo- oder Geschichtsbuch inspirieren lassen hat. Dazu muss man auch noch aussagekräftige PowerPoint-Folien gestalten. Über die Tage wurden so aus 1-minütigen Präsentationen 3-minütige -und am Donnerstag durfte jeder mindestens 5 Minuten vor der Gruppe präsentieren.

Und wie sich das gelohnt hat, das konnten alle am Präsentationstag im Dschungel wahrnehmen. Da standen die jungen Menschen selbstbewusst vor der gesamten Schule und jeder hat mit klarer Stimme und in einem guten Sprechtempo etwas berichtet, was sie in der Woche gelernt und umgesetzt haben, und wie es ihnen damit persönlich ergangen ist.

Spiele entwickeln

Tag 1: Es wurde nachgedacht und geplant, aber auch schon fleißig gebaut, gemalt und gebastelt: Spielkarten herstellen, vervielfältigen und laminieren, Spielpläne gestalten, Spielfiguren und -Chips bemalen… Schon am ersten Tag sind einige Spiele (z.B. Puzzles) fertig geworden; andere Spiele sind komplexer und benötigen deutlich mehr Entwicklungszeit.

Dieses Mal hatten Anna und Kiki auf Wunsch der Kinder vorher verschiedene nützliche und anregende Materialien bestellt, so dass die entwickelten Spiele auch hochwertig umgesetzt werden konnten.

So sieht Arbeit aus. Die jungen Spieleentwickler im Paradies sind so beschäftigt, zielorientiert und vertieft, dass man sie förmlich zu einer kurzen Pause im Sonnenschein zwingen muss…

Neu entwickelte Spiele zu testen kann auch anstrengend sein. Viele Regeln und genauso viele Sonderregeln, man muss erst mal die Spielidee verstehen, die Materialien richtig verwenden… Geholfen hat uns dabei ein selbstgemachtes Spielregeln-Formular:

Das Spiel heißt … und ist für … Personen.

Es geht in dem Spiel darum,…

Man gewinnt das Spiel, indem…

Das Spiel startet, indem…

Wenn man am Zug ist, muss/darf man…

Das Spiel endet, wenn…

 

 

Am Freitag haben die Spieleentwickler ihre Ergebnisse optisch sehr ansprechend auf eigenen Tischen präsentiert, -es sah so ähnlich aus wie in einem interessanten Kunstmuseum-, und Anna hat ein kleines Interview geführt, wie es den Kindern während der Woche ergangen ist, so dass alle anderen etwas über den Prozess erfahren konnten. Später konnte man jeden Spieleentwickler bei Präsentationstisch antreffen und alles über seine Spiele erfahren oder mit ihm das Spiel spielen.

Film

Bei der Vorbesprechung zum Projekt Film haben sich 4 Gruppen gebildet, in denen jeweils 4 bis 7 Kinder zusammenarbeiten wollten. Manuel hatte einen klaren Wochenplan vorgestellt, damit alle es schaffen können, am Freitag einen Film zu präsentieren: Montag: Das Drehbuch schreiben, sich überlegen, wo gedreht werden soll und welche Requisiten benötigt werden, Dienstag und Mittwoch drehen, Donnerstag und Freitag schneiden, Musik und Abspann hinzufügen, ein Filmplakat malen, und den Film vorführen. Der Film sollte lieber kurz und spannend sein- als lang und langweilig.

Zum Drehbuchschreiben haben die Kinder sich eine Grundidee ausgedacht und dann die Anfangs- und Endszene auf A3 Papier skizziert. Als nächstes ging es darum, sich die 7 bis 14 Szenen dazwischen auszudenken und zu skizzieren. Bedenken muss man hierbei die Logik im Handlungsstrang, spannungsfördernde Elemente, die Dialoge, die Drehorte, die Rollen der Schauspieler, die wesentlichen Requisiten und das ganze in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Was darf der Zuschauer schon sehen, was noch nicht? Was muss gezeigt oder gesagt werden, damit er der Geschichte, die das Filmteam im Kopf hat, folgen kann?

Es gibt auch hier, ähnlich wie beim Theater, viel zu Bedenken. Einige Kinder sind hier super kreativ geworden und haben sich sowohl humorvolle Dialoge als auch spannende Szenenwechsel ausgedacht. Vielen hat es Spaß gemacht, mal so richtig in eine Rolle hineinzuschlüpfen und diese konsequent zu spielen. Und ernst zu bleiben, wenn man von einem Dedektiv mit wackelndem Schnurrbart befragt wird, ist auch nicht immer einfach.

Mit Unterstützung mehrerer Lernbegleiter wurden die Filme auf Logik und Umsetzbarkeit geprüft, hier und da Specialeffects- oder bekannte Filmtricks eingebaut, der Handlungsstrang noch mal präzisiert und schließlich alles gefilmt. Verschiedene Kameras, Funkmikrophone, eine Nebelmaschine und ein selbstgebautes „Bluescreenstudio“ kamen hierbei zum Einsatz.

Wenn zwischendurch am Set jemand fehlt, weil er grade lieber spielen möchte und nicht bescheid gesagt, hat wohin er gegangen ist, ist das schwierig und zeitaufwendig; genauso wie wenn man sich stundenlang nicht entscheiden kann, welches Outfit jetzt das bessere ist oder sich über die Umsetzung einer bestimmten Szene nicht einigen möchte. Das ganze Team wird dadurch aufgehalten und verliert Zeit.

Zum Schneiden standen 3 Computer bereit, auf einem musste noch die Cuttersoftware installiert werden. Beim Schneiden ist es wichtig, dass sich die, die schneiden, wirklich konzentrieren und gut absprechen. Wenn jeder eine andere Vorstellung hat, kann es Stunden dauern, bis im Film dann Sekunden zur Zufriedenheit aller gestaltet wurden. Christoph und Manuel haben dank ihrer Technikkenntnisse viele kleine Wunder möglich gemacht! Einige Kinder aus den jeweiligen Filmteams haben am Donnerstag und Freitag mit Feuereifer ihre Filme geschnitten, hochkonzentriert und motiviert, denn alle wollten ein sehenswertes Ergebnis erreichen.

Am Freitag wurden dann 4 fertige Filme vor der Schulgemeinschaft präsentiert.

Der Schmetterling

Die Entführung

Familie Chaos

Das Erbe

Was für ein Tag! Und was für eine intensive Woche!!

Wir konnten so viel an Entwicklung- und motiviertem, konzentrierten Arbeiten in den jeweiligen Projekten wahrnehmen, so viel Engagement, Hilfsbereitschaft, bereichernde Ideen und kreative Lösungen! Manche junge Menschen haben viel Verantwortung für ihre Gruppe übernommen. Mehrere, ja viele, haben am Ende der Woche so gestrahlt!

Unser Gefühl ist: Alle haben etwas geschafft, auf dass sie stolz sein können. Es war uns eine große Freude!