BOSOTag Ingenieur – mit Stefan
am 22.5.2026
„Was glaubt ihr, macht ein Ingenieur?“, hat Stefan die Kinder gefragt, „Maschinen entwickeln, Roboter bauen, sich was ausdenken, 3D Drucker benutzen, am PC arbeiten“, waren einige Antworten. „Überall wo Technik verwendet wird, waren Ingenieure am Werk“, erklärt uns Stefan. Ingenieure werden also in verschiedensten Bereichen gebraucht: in der Medizintechnik, in der Luftfahrt, beim Autobau, Maschinenbau, Energietechnik, beim Bau von Gebäuden oder Brücken…“
„Um Ingenieur zu werden habe ich den klassischen Weg gewählt. Zuerst hab ich Abi gemacht und dann Maschinenbau studiert.“ Es gibt aber auch viele andere Wege um diesen Beruf zu ergreifen. Sein Kollege hat zB. erst eine Tischlerlehre gemacht, dann die Fachhochschule absolviert.
Stefan arbeitet bei einer großen Firma als Produktentwickler im Bereich Sicherheitstechnik gemeinsam mit vielen anderen Ingenieuren u.a. Elektrotechnikern und Softwareentwicklern. In seiner Firma gibt es viele Abteilungen: Produktmanager liefern die Kundenwünsche, Maschinenbauingenieure, Elektroingenieuren und Softwareingenieuren setzen diese Wünsche dann in Geräte um. Die Elektroingenieure entwerfen die Leiterplatten, die Softwareentwickler schreiben die dafür benötigten Programme. Stefan kümmert sich mit seinen Kollegen um die Außenhülle der Geräte, mal stabil, mal flexibel, mal wasserfest, …je nachdem, was die Kunden für Bedingungen stellen.
Es gibt etwas Interessantes zu erleben,
denn Stefan hat einige Geräte mitgebracht, die er gemeinsam mit anderen Fachleuten entwickelt- also sozusagen erfunden hat. Er zeigt uns einen Gasmesser, der den Sauerstoffgehalt in der Luft- und auch Veränderungen des Sauerstoffgehaltes sehr genau misst. Außerdem kann der Gasmesser Giftgase erkennen und beides durch ein Licht- und Tonsignal melden. Das Gerät wird beispielsweise bei der Feuerwehr oder im Bergbau verwendet. Man kann es sich anklippen. „Manchmal sitzt man 3-4 Jahre an einem Projekt und entwickelt gemeinsam ein Produkt. Der Kunde stellt bestimmte Anforderungen an das zu entwickelnde Gerät und wir müssen kreativ werden und seine Wünsche mit allen Bedingungen umsetzen. Manche Geräte müssen wasserfest sein, andere müssen so stabil sein, dass sie schwere Stürze überstehen. Es stecken sehr viele Gedanken von vielen Menschen in so einem Gerät.“
Er hat das Gasgerät für uns ein Stück weit auseinander gebaut und uns gezeigt, wie es von innen aussieht, was für einzelne Teile darin sind.
Die Kinder stellen viele neugierige und interessierte Fragen.
Wir machen einen Versuch mit den beiden Wärmebildkameras, die Stefan mitentwickelt hat: Ein Kind legt eine Hand auf den Tisch. Mit der Wärmebildkamera kann man die Hand natürlich gut sehen. Dann zieht es die Hand weg. Einige Zeit später kann die Wärmebildkamera immer noch eine Art Abdruck von der Hand sichtbar machen, weil dort immer noch die Wärme der Hand gespeichert ist und die Technik in der Kamera so fein darauf reagiert und die Wärmestrahlen erfasst und in ein Bild umwandelt.
So eine Technik ist in verschiedenen Bereichen nützlich. Die Feuerwehr nutzt Wärmebildkameras um in verbrannten Häusern versteckte Glutherde zu entdecken (die das Feuer wieder auflodern lassen könnten) oder um Fußabdrücke sichtbar zu machen, von jemandem, der grade hier lang gegangen ist und um vermisste Personen zu finden.
Die Kinder dürfen heute auch Ingenieure sein. Sie bekommen von Stefan die Aufgabe, eine Brücke aus Papier über eine Lücke zwischen zwei Tischen so zu bauen, dass die Brücke möglichst viele dicke Magnete tragen kann.
Später gehen einige Kinder mit dem Gasmessgerät durch die Schule und erklären anderen deren Funktionsweise und demonstrieren auch, dass die Geräte Alarm schlagen, wenn zu wenig Sauerstoff in der Luft ist. „Ich habe es zusammen mit meinem Freund ganz doll angehaucht. Dann ist die rote Lampe angegangen und es hat gepiept!“
„Es war alles sehr toll an diesem Bosotag. Erst hat Stefan spannende Sachen erzählt und dann durften wir auch noch etwas ausprobieren. Seine Geräte fand ich toll!“
Herzlichen Dank an Stefan, der das Angebot über seinen Beruf sehr kindgerecht gestaltet- und gut verständlich erklärt hat.


